Tardi Rama
Eine ontologische Studie dieses bemerkenswerten mikroskopischen, vielzelligen Organismus. Die Serie untersucht das Wechselspiel von Umwelt, Lebensbedingungen und Sein. Biomorphe Farbformen rufen zelluläres Leben auf und sprechen von Widerstandskraft und dem Streben nach Zusammenhalt und Stabilität. Graphit greift ein, fragmentiert, ordnet neu und überlagert, und legt so die zarte Fragilität des Daseins frei sowie das unendliche Erwachen des Bärtierchens aus der Kryptobiose.
Tardi Rama entspringt derselben Welt wie Tardigrade Parade. Wo die Parade viele dieser Wesen zu einem Umzug versammelt, wendet sich Tardi Rama einem einzigen zu und vergrößert es. Jede Figur ist aus sieben Teilen gebaut, ein Spiel zwischen dem Mikroskopischen und dem Monumentalen, in dem der kleinste Organismus so weit anwächst, bis er das ganze Blatt füllt.

Denise Schellmann, „Tardi Rama I“, 2025. Graphit und Farbstift auf Papier, 120 × 74,16 cm. Privatsammlung, nicht verfügbar.

Denise Schellmann, „Tardi Rama II“, 2025. Graphit und Farbstift auf Papier, 120 × 74,16 cm.

Denise Schellmann, „Tardi Rama XVIII“, 2025. Graphit und Farbstift auf Papier, 125 × 77,25 cm. Privatsammlung, nicht verfügbar.

Denise Schellmann, „Tardi Rama XVII“, 2025. Graphit und Farbstift auf Papier, 125 × 77,25 cm.

Denise Schellmann, „Tardi Rama XVI“, 2025. Graphit und Farbstift auf Papier, 125 × 77,25 cm.

Denise Schellmann, „Tardi Rama XIV“, 2025. Graphit und Farbstift auf Papier, 125 × 77,25 cm.

Denise Schellmann, „Tardi Rama XV“, 2025. Graphit und Farbstift auf Papier, 125 × 77,25 cm.

Denise Schellmann, „Tardi Rama XII“, 2025. Graphit und Farbstift auf Papier, 125 × 77,25 cm.

Denise Schellmann, „Tardi Rama XIII“, 2025. Graphit und Farbstift auf Papier, 125 × 77,25 cm.

Denise Schellmann, „Tardi Rama X“, 2025. Graphit und Farbstift auf Papier, 59,4 × 36,7 cm.

Denise Schellmann, „Tardi Rama XI“, 2025. Graphit und Farbstift auf Papier, 59,4 × 36,7 cm.

Denise Schellmann, „Tardi Rama VI“, 2025. Graphit und Farbstift auf Papier, 59,4 × 36,7 cm.

Denise Schellmann, „Tardi Rama VII“, 2025. Graphit und Farbstift auf Papier, 59,4 × 36,7 cm.

Denise Schellmann, „Colours & Lines | Studies VIII“, 2025. Graphit und Farbstift auf Papier, 120 × 74,16 cm.

Denise Schellmann, „Colours & Lines | Studies IX“, 2025. Graphit und Farbstift auf Papier, 120 × 74,16 cm.

Denise Schellmann, „Colours & Lines | Studies III“, 2024. Graphit und Farbstift auf Papier, 100 × 61,8 cm. Privatsammlung, nicht verfügbar.

Denise Schellmann, „Colours & Lines | Studies IV“, 2024. Graphit und Farbstift auf Papier, 100 × 61,8 cm.

Denise Schellmann, “Colours & Lines | Studies I”, 2024. Graphite and coloured pencil on paper, 100 × 61.8 cm.
Private collection, not available.

Denise Schellmann, „Colours & Lines | Studies III“, 2024. Graphit und Farbstift auf Papier, 100 × 61,8 cm. Privatsammlung, nicht verfügbar.
„Freud und Leid“: ein Wortspiel, denn der Name „Freud“ bedeutet auf Deutsch umgangssprachlich auch Freude.
Im Diptychon wird ihr dialektisch das Leid gegenübergestellt.
Ikonenhafte, spontane Formen verbildlichen die Farben des Lebens. Aus der Ordnung der zellhaft-biomorphen Formen entsteht erst im kohäsiven Ganzen Stabilität und Lebensfreude. Harmonie in Farben und Flächen, im Ergebnis überraschend, nicht planbar, wie das Leben selbst. Eine fragile Verbundenheit auf dem braunen Schoß der Mutter Erde.
Die Bruchlinien, schicksalsgleich von Anfang an bereits schwarz eingeschrieben: dunkle Räume des Vergehens oder der Krankheit. Schwarze Linien trennen. Sie überschreiben, was einst geordnet war. Unkoordiniert und grenzenlos wächst das Leid. Die Krankheit, die von unserer Unversehrtheit Besitz ergreift. Im Zerfall der formalen Harmonie gewinnt schwarzer Raum seine autonome Identität. Er lässt uns suchend nach Freude im Leid zurück.

Denise Schellmann, „Freud und Leid", 2024. Diptychon, Graphit, Farbstift und Rötel auf Papier, je 168 × 103 cm. Aus der Ausstellung „The Window and the Couch", 74th arts Rebecca Hoffman, curated by Simon Rees, Bibliothek WEST, Vienna.